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Wo und wie man im hohen Alter lebt, hängt von vielen Faktoren ab. Was viele nicht wissen: Sie können entscheidend darauf Einfluss nehmen, den Umzug in ein Pflegeheim hinauszuzögern oder ganz zu umgehen. Planen Sie beispielsweise beim Hausbau barrierefreie Zugänge gleich mit. Mit unseren 10 Tipps erhöhen Sie auch ohne Hausbau die Chance, im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können.

#1 Pflegegrad beantragen

Niemand gibt gerne zu, dass er mehr Hilfe im Alltag benötigt. Die Beantragung eines Pflegegrades ist quasi das offizielle Eingeständnis und daher ein schwerer Schritt für die meisten Menschen. Doch dieser Schritt ist wichtig, um im Alter die bestmögliche (auch finanzielle) Unterstützung zu bekommen. Damit können Leistungen abgerufen werden, die Sie darin unterstützen, Ihr gewohntes Wohnumfeld zu erhalten.

#2 Profis einholen

Kein Mensch kann alles wissen. In der Apotheke fragen Sie ja auch nach Neben- und Wechselwirkungen oder im Baumarkt nach der richtigen Schraube für Ihr Projekt. Je früher Sie also mit Pflegeprofis zusammenarbeiten, desto schneller gewinnen Sie Orientierung im Pflegedschungel und bekommen schneller die Hilfe, die Sie brauchen.

 

 

#3 Wohnung vorbereiten

Ist Ihre Wohnung altersgerecht? Wenn die Antwort nein lautet, haben Sie folgende Optionen: Entweder Sie ziehen um oder Sie gestalten Ihre Wohnung altersgerecht. Das kann bei einfachen Haltegriffen starten und bis hin zur Badsanierung gehen. Sofern Sie einen Pflegegrad haben, unterstützt die Pflegekasse die sogenannten wohnumfeldverbessernden Eingriffe mit bis zu 4.180 € pro Maßnahme.

#4 Angehörige entlasten

Eine junge Dame legt ihre Hand auf die Schulter einer Seniorin, die sie lächelnd anschaut.

In den meisten Fällen ist Pflege ein Marathon, kein Sprint. Das heißt, dass der Pflegebedarf sich in der Regel über viele Jahre hinweg intensiviert. Man sollte sich also gemeinsam hinsetzen und realistisch beurteilen, ob der damit einhergehende Unterstützungsbedarf durch Familie und Freunde gesichert abgedeckt werden kann. Bitte denken Sie daran: Für die meisten Menschen ist das ein enormer Mehraufwand, neben Arbeit, Familie und Privatleben sich um die Pflege eines Angehörigen zu kümmern. Was passiert, wenn diese Person selbst mal krank oder pflegebedürftig wird oder einfach nur mal in den Urlaub fahren möchte? Je früher Sie durch Pflegeprofis unterstützt werden, desto länger halten auch Angehörige diesen Marathon durch und Versorgungsengpässe werden vermieden.

#5 Anschluss suchen

Für die seelische und körperliche Gesundheit sind soziale Kontakte enorm wichtig. Doch im höheren Alter kann es zu einer Herausforderung werden, Zeit mit Freunden und Bekannten zu verbringen. Der Freundeskreis ist vielleicht durch Todesfälle gelichtet, und die geminderte Mobilität durch Pflegebedürftigkeit, Krankheit oder schlichtweg die Aufgabe des eigenen Führerscheins verhindert den gemeinsamen Museumsbesuch oder Kaffeeklatsch beim Bäcker. Eine Tagespflege kann hier Abhilfe schaffen. Die Senioren werden von zu Hause abgeholt und wieder hingebracht und verbringen wahlweise ein bis fünf Tage in der Woche mit Gleichaltrigen und einem abwechslungsreichen Beschäftigungsprogramm. Altersdepressionen und Demenzerkrankungen können so vorgebeugt werden. Auch Alltagskompetenzen werden dadurch gefördert und erhalten die Selbstständigkeit.

#6 Budgets nutzen

Für bestimmte Versorgungsleistungen hält die Pflegekasse – je nach Pflegegrad – monatlich bzw. jährlich bestimmte Budgets bereit. Manche Budgets kann man ansparen, bis sie benötigt werden, andere Budgets können umgewidmet und für etwas anderes genutzt werden. Und dann gibt es Budgets, die verfallen bei Nichtnutzung. Dazu gehört das Budget für Tagespflegen. Je nach Pflegegrad wird der Besuch der Tagespflege zwischen 721 € und 2.085 € kofinanziert und hat damit eines der höchsten Pflegebudgets. Warum? Weil der Besuch in vielen Aspekten ein langes Wohnen in den eigenen vier Wänden absichern kann: Entlastung Angehöriger, soziale Interaktion, geistige und körperliche Fitnessangebote, Pflegeabsicherung, Absicherung von Essen, Trinken und Medikamentengabe, Erhalt von Alltagskompetenzen u.v.m.

#7 Veränderung beobachten

Entgegen aller Behauptungen sind die Haare der berühmten Königin Marie-Antoinette nicht von einer Sekunde auf die andere ergraut. Auch andere Alterserscheinungen treten oft schleichend auf, bis sie einen Punkt erreichen, an dem sie dringenden Handlungsbedarf erfordern. Dabei könnte man, würde man die Veränderungen früher bemerken, ihren Verlauf deutlich abmildern. Demenz ist beispielsweise so eine Krankheit, die, frühzeitig erkannt und behandelt, einen besseren Verlauf nehmen kann. Das trifft auch auf andere altersbedingte Veränderungen zu. Als Angehöriger fehlt oft das Fachwissen, um unscheinbare Entwicklungen richtig bewerten und adressieren zu können und einer Verschlechterung des Zustandes aktiv etwas entgegenzusetzen. Pflegeprofis sehen ihre Patienten oft mehrmals täglich und können dank ihrer Ausbildung auch feine Veränderungen schneller erkennen und entsprechend handeln oder Hinweise geben.

#8 Aktiv bleiben

Eine ältere Dame, die mit gespitzten Lippen in die Kamera schaut. Sie trägt sportliche Kleidung, ein Schweißband um ihre Stirn und Kopfhörer um ihren Nacken.

Ein aktiver Lebensstil kann dem kognitiven und körperlichen Abbau, der mit dem hohen Alter einhergeht, entgegenwirken. Machen Sie Sport, gehen Sie tanzen, spielen Sie Gesellschaftsspiele, unternehmen Sie Ausflüge, lernen Sie Neues kennen oder suchen Sie sich Hobbys. Fällt Ihnen das alleine schwer oder können die Angehörigen diese Aktivitäten nicht umsetzen? Dann sind vielleicht Seniorengruppen oder eine Tagespflege die Lösung. In der Tagespflege werden täglich wechselnde Angebote für die körperliche und mentale Fitness unterbreitet und regelmäßig Ausflüge geplant. Ob Sie eine Tagespflege einmal die Woche oder von Montag bis Freitag besuchen, bleibt Ihnen überlassen und kann individuell angesprochen werden.

#9 Auf den Körper achten

Achten Sie darauf, dass Sie sich gesund ernähren, ausreichend Tee oder Wasser trinken, Ihre Medikamente in der richtigen Dosierung und zur richtigen Zeit nehmen. Haben Sie oder Ihr pflegebedürftiger Angehöriger Probleme, den eigenen Körper gut zu versorgen? Dann bitten Sie Ihren Pflegeprofi um Hilfe. In der ambulanten Pflege können auch Essen und Trinken gereicht sowie bei der richtigen Einnahme der Medikamente unterstützt werden. In einer Tagespflege gehört die Versorgung mit Essen, Getränken und Medikamenten sowieso zum Service dazu.

#10 Bedarfsgerecht pflegen

Weder Überfürsorge noch Vernachlässigung sind gut, wenn die Selbstständigkeit im Alter möglichst lange erhalten bleiben soll. Beides beschleunigt den körperlichen und kognitiven Verfall. Prüfen Sie daher regelmäßig, wo die Pflegebedarfe zum aktuellen Zeitpunkt liegen, und passen Sie die Maßnahmen entsprechend an. Was im privaten Alltag enorme Herausforderungen mit sich bringen kann, kann in der professionellen Pflege oft punktgenau umgesetzt werden.