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Jörg Sienholz: Eine Ära geht zu Ende

Auch im Beruf gehören Abschiede zum Leben. Nach über 23 Jahren als Arbeitsvorbereiter in der Zeesener Werkstatt für Menschen mit Behinderung verabschiedete sich Jörg Sienholz zum im Frühjahr in die Rente. Die Suche nach einer Arbeit mit mehr Sinn führte ihn zum ASB. Vorher arbeitete der Ingenieur für Holztechnik als Vertriebler im Außendienst. Damals im Jahr 2002 baute der ASB die Zeesener Werkstatt und bündelte so seine Außenstellen der Behindertenhilfe an einem Standort. „Zwar gab es schon die meisten Arbeitsbereiche wie heute – Gärtnerei, Holzwerkstatt, Montage, Wäscherei usw. – aber damals war alles viel viel kleiner“, erinnert sich Jörg Sienholz an seine Anfänge. Wo es früher Arbeitsplätze für 175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gab, finden heute bis zu 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung eine Arbeit und tägliche Unterstützung. Für ihn eine Erfüllung. „Am schönsten ist es, wenn sich die Mitarbeiter über einen neuen Auftrag freuen, den ich beschaffen konnte. Es gab mal einen, der hatte mich sogar überschwenglich umarmt. Das kam richtig vom Herzen“, lacht er. Auch noch nach zwei Dekaden freut er sich, wenn er in der Arbeitszeit mal durch die Gänge läuft und in den Räumen das geschäftige Treiben sieht und hört. Denn es sei nicht immer einfach, genau die passenden Aufträge zu bekommen, die auch für die Werkstattbeschäftigten gut umsetzbar sind, in genau dem richtigen Verhältnis von Machbarkeit und Entwicklungs- und Reifechancen für den jeweiligen Mitarbeiter. Umso schöner ist es, wenn genau dieser Spagat klappt und Mitarbeiter sich so gut entwickeln, dass sie den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt schaffen.

Kann jemand wie er, der so viele Jahre lang frühs die Werkstatt aufschloss und bis zum Schluss blieb, um sie wieder abzuschließen, der sich 23 Jahre lang eingesetzt hat, damit Menschen mit Behinderung eine Arbeit und eine Perspektive haben, einfach so in Rente gehen und den Absprung in den Ruhestand schaffen? Jörg Sienholz schmunzelt: „Naja, so ruhig wird es wahrscheinlich nicht.“ Seine Frau hat bereits eine lange Liste verfasst, was im Haus und Garten repariert oder optimiert werden kann, seine drei Enkel freuen sich auf die Extra-Zeit mit Opa und die Kinder hoffen auf mehr handwerkliche Unterstützung von ihm bei ihren eigenen Projekten. Mit etwas Glück bleibt so viel Zeit frei, dass er wieder aktiver im Segelverein werden und mehr Zeit auf dem Wasser verbringen kann. Vielleicht die eine oder andere Reise… Aber ganz ohne Werkstatt und ohne ASB? Wie sich auch für ihn überraschend herausgestellt hat, muss er nicht auf uns verzichten. Denn er wurde bei der vergangenen Mitgliederversammlung des ASB Regionalverbandes Mittel-Brandenburg e.V. Ende April einstimmig in die Kontrollkommission gewählt. Wir freuen uns und sagen: „Goodbye and hello again.“