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Freiwillig für Senioren aktiv

„Mal so nebenbei“ bewegen knapp 40 Millionen Menschen in Deutschland unsere Gesellschaft in die bessere Richtung. Sie engagieren sich neben dem Beruf und der Familie ehrenamtlich in der Feuerwehr, im Sportverein, im Tierheim, als Lesepate für Grundschüler oder machen es wie Sylvia Schulz. Sie bringt sich freiwillig beim ASB ein und bereichert so das Leben und den Alltag vieler unserer Seniorinnen und Senioren in Ludwigsfelde.

 

 

 

 

Frau W. rutscht ungeduldig auf dem Stuhl hin und her. „Was machen wir heute?“ Sylvia Schulz schmunzelt in sich hinein und packt geduldig weiter ihre Sachen aus und breitet alle Materialien vor Frau W. aus. „Wir basteln heute Pfingstrosen.“ Auch Frau E. steht bereits in der Tür, dahinter Frau K. Sylvia Schulz guckt auf die Uhr, es sind noch 20 Minuten bis ihre Bastelstunde mit den Seniorinnen beginnt. „Es ist aber noch nicht soweit. Sie müssen ein Weilchen noch warten. Kommen Sie ruhig schon rein.“ „Na das macht ja nichts“, lacht Frau E. überzeugt und sucht ihren Platz an der großen Tafel, die in Form eines U’s aufgebaut wurde. Jeden Montag um 10 Uhr startet das Bastelangebot für bis zu 14 Seniorinnen in der Seniorenwohnanlage Ludwigsfelde. Geleitet wird dieses Angebot von Sylvia Schulz. Sie gehört zu den knapp 40 Millionen Menschen in Deutschland, die sich neben ihrem Beruf und der Familie unbezahlt ehrenamtlich engagieren. Doch was treibt diese Menschen an?

Vorbereitungen fürs Fest

Nach und nach füllt sich der große Raum mit allen Teilnehmern. Mittlerweile hat sich rumgesprochen, dass heute Pfingstrosen aus Krepppapier gebastelt werden. Sie sollen die Dekoration für das anstehende Pfingstfest werden. Zum wöchentlichen Basteln erscheinen fast immer die gleichen Gesichter. „Die wenigsten Männer interessieren sich für das Angebot. Auch als wir für Männertag individualisierte Bierdeckel gebastelt haben, blieben wir unter uns Frauen.“ Sylvia Schulz stört es nicht im geringsten. So kann man an vergangene Gespräche anknüpfen und bleibt auf dem Laufenden. Als ihr Ehemann noch in der im selben Gebäude angegliederten Tagespflege des ASB als Fahrer arbeitete, kam sie über die Zeit in engen Kontakt zu den hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen. Aus dem gemeinsamen Austausch erwuchs schließlich vor fünf Jahren die Idee für dieses Ehrenamt. „Zu Hause habe ich gerne Geschenke und Dekorationen selber gebastelt, da war es naheliegend, dieses Hobby mit den Senioren zu teilen.“ Doch längst ist ihr Ehrenamt über die wöchentliche Bastelstunde hinaus gewachsen. Mittlerweile begleitet sie Feste und andere Aktivitäten im Haus und engagiert sich im Heimbeirat als Schriftführerin. So kommt es durchaus vor, dass Sylvia mehrmals in der Woche, sogar zwei bis dreimal am Tag auf ihr Fahrrad steigt, und die kurze Distanz von ihrer Wohnung zur ASB Seniorenwohnanlage in Ludwigsfelde überwindet.

Aktiv ohne Zwang

Die 63-jährige Renterin freut sich, dass sie hier ehrenamtlich angekommen ist und man ihr dieses Vertrauen entgegen bringt: „Es ist eine Wohltat für mich! Ich freue mich darüber. Es ist eine Abwechslung vom Alltag und ich werde gebraucht.“ Dieser Effekt ist tatsächlich auch wissenschaftlich nachgewiesen. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren sind glücklicher, gesünder und deutlich stressresistenter als Menschen, die sich nicht für das Gemeinwohl in ihrer Freizeit einsetzen. Für Sylvia, die sich auch zudem noch als Adjutantin für Prinzenpaare im Karnevalverband Mark Brandenburg engagiert, bietet das Ehrenamt wichtigen Halt.

Win-win für alle

So langsam füllt sich das Blütenmeer in den buntesten Farben. Während einige Seniorinnen ihre Pfingstrose bereits fertig vor sich liegen haben, benötigen andere durch ihre Gicht oder Arthrose in den Händen deutlich mehr Unterstützung. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner bekommt individuell genau die Unterstützung, die sie benötigen, sodass sie am Ende alle ein Erfolgserlebnis haben. Nicht immer eine leichte Aufgabe für Sylvia. Sie steht im Inneren der Tafel und demonstriert für alle den jeweiligen Bastelschritt. Im Anschluss hilft sie dort, wo Hilfe benötigt wird, bis alle wieder auf dem gleichen Stand sind. Das klappt in der Theorie, doch manche Seniorinnen sind noch so fit, dass sie selbstständig weiter basteln, somit früher als andere fertig sind und nun die Zeit haben, Sylvia zu löchern, was sie denn für die nächste Woche geplant hat. Sylvia lacht. Nächste Woche fährt sie in den Urlaub und kommt geplant erst wieder in zwei Wochen zur Bastelstunde in die Seniorenwohnanlage. Oder aber am Mittwoch, falls der Heimbeirat sich auf den Termin einigen kann. Oder am Freitag zum Kaffeeklatsch mit den Bewohnern. Oder mal zwischendurch, einfach nur so… „Ich brauche die Beschäftigung. Ich bin ein quirrliger Typ und muss immer was zu tun haben. Ich gehe darin auf und ich hoffe, dass ich das noch eine ganze Weile machen kann!“

Liebe Sylvia Schulz und liebe alle so engagierten
Ehrenamtlichen, die mit ihren Hunden unsere
älteren Mitmenschen beglücken, ihnen vorlesen, mit
ihnen Sport machen, sie zu Spaziergängen begleiten
und so vieles mehr für sie tun: Im Namen aller
Seniorinnen und Senioren danken wir Ihnen für Ihr
außergewöhnliches Engagement und die Freude, die
Sie in das Leben so vieler bringen!

Sie suchen auch Ihr Ehrenamtsglück?

Wir bieten verschiedene Möglichkeiten, sich in der Seniorenhilfe, in der Hilfe für Menschen mit Behinderung, für Kinder und Jugendliche oder im Bereich Retten & Schützen zu engagieren.

Schreiben Sie uns eine kurze E-Mail an: info@asb-mb.de